Presseartikel & Mitteilungen

Erwiderung auf den Presseartikel im Inselboten vom 25.06 anläßlich der Bergung zweier Heuler am Wyker Strand

Zu den Behauptungen in dem Artikel Ärger um Heulerfund
 
Als Tierärztin , die seit über 12 Jahren mit Robben arbeitet und regelmässig in einer renomierten Seehundklinik in Holland tätig ist, maße ich es mir tatsächlich an, den Gesundheitszustand einer Robben bewerten zu können!
Nachweislich und aufgrund   vieler  verschiedener  wissenschaftlichen Studien und Untersuchungen weiß man heute, dass Seehundbabys, die alleine an den Strand gespült werden wirkliche Heuler, also mutterlose Jungtiere sind, die schon einige Zeit von der Mutter getrennt sind. Die besagten Tiere wurden schon seit Stunden allein schwimmend beobachtet. Endlich am Strand wurden sie von interessierten Strandbesuchern wieder ins Meer getrieben. Da die Heuler deutlich erschöpft waren, war eine dementsprechende Bergung vom Wasser aus die einzig vernünftige, wie sich auch erfolgreich gezeigt hat. Das die nicht mit der Schutzkleidung geschieht ist für jeden einsehbar, und noch nie habe ich einen Seehundjäger Einmalhandschuh und Mundschutz tragen sehen, wenn er in Alltagskleidung am Strand eine Robbe in eine Plastikwanne packte. Die Seehundjäger können, nach ihrer eigenen  Aussage, weder die Tiere erstversorgen noch die dringend nötige Flüssigekeit per Magenschlundsonde geben. Und wenn Frau  Rosenberger die selbst bei Ihren TV- auftritten ohne Mundschutz ein Tier vermisst und wiegt, diese gefunden Heuler als nicht zu mager bezeichnet, muss ich mir schon Gedanken  machen, wie Tiere dort bewertet werden. Sie sprechen von Heulern, also eindeutig mutterlose Seehundjunge, aber handeln anders. Und die angebliche „Wiederabholung eines „Heulers, war eine reine Mutmassung“ der Seehundjäger selber hat mir erzählt, das ein Heuler weit draußen im Watt lag, oder er es sogar rauslegen wollte und dann war das Tier später weg(nach der Flut). Gesehen hat er selber kein Muttertier. Ich frage mich wie unfachlich so ein Vorgehen und eine Behauptung nun ist! Diese Abholung eines Heulers nach Stunden hat noch niemand beobachtet!!
Ein Seehundbaby muss in 4!! Wochen ein Gewicht von 25-30 kg erreichen. Die Muttermilch hat ca 45 % Fett. Jeder Laie kann sich denken, was es bedeutet, wenn das Jungtier schon ein oder zwei Mahlzeiten verpasst. Der Milchfluss versiegt sogar nach einigen Stunden beim Muttertier. Das stundenlange Liegenlassen am Strand bedeutet unnötiges Leiden des Tieres und verringert die Überlebenschance für den Kleinen, der dringend versorgt werden müsste.
Während in Holland diese Tiere in der Wurfzeit täglich beobachtet werden und wir daher das Mutter-Kind-Verhalten genau kennen. Werden hier Tier nach gut dünken  eingesammelt oder liegen gelassen, in der Station aufgenommen oder auch nicht!! Bleibt die Frage, geht es hier noch ums Tier, oder einfach um Machtkompetenzen und um Angst Spendengelder für die Station zu verlieren.
 
Janine Bahr
Tierärztin

Riesen Ansturm beim Kindertag im Robbenzentrum "Robben erleben"

Seit der Eröffnung des "Robbenzetrums Föhr" Ende Mai ist der Kindertag im Robbenzentrum das Highligt der Woche für die Kinder und Eltern, die auf der Insel mehr über die beliebten Meeressäuger erfahren möchten.
 
Auch wenn noch keine lebenden Robben hier versorgt und rehabilitiert werden, so ist das Interesse an dieser Arbeit auch anhand von Film und Photomaterial riesen gross, so Janine Bahr Leiterin des Robbenzentrums.
"Alleine letzten Dienstag kamen knapp 100 Menschen zu unserer Veranstaltung."
 
Neben vielen Infos zu Kegelrobben und Seehunden gibt es praxisnahe Demonstrationen und Filme zum Umgang mit mutterlosen und verletzten Robben; hier ist die international bekannte Seehundklinik Lenie´t Hart in Pieterburen Niederland als Kooperationspartner Beispiel und Vorbild für eine professinolle Robbenrettung und Versorgung bis zur Wiederauswilderung.
Neu im Angebot ist die Möglichkeit nach den Veranstaltungen -je nach Absprache- zusammen mit dem Robbenzentrum und der WDR zu den Seehundbänken zu fahren.
Das Robbenzentrum ist Di u. Do -So jeweils von 15.00- bis 17.00 Uhr geöffnet
Gruppenführungen auch nach Vereinbarungen
Tel 0177/3300077

Vor Gericht, da Robbe gerettet.
 
Am Montag den 2.08.2010 findet vor dem Amtsgericht Husum um 9.00 Uhr eine Verhandlung statt , in welcher der Tierärztin Janine Bahr vorgeworfen wird, einen hilflosen, abgemagerten Heuler (mutterloser Seehund) zu sich genommen und kurzzeitig in ihrer Station erstversorgt zu haben.

Dabei ist es für das Anklage völlig unerheblich, dass solch ein Tier ohne Hilfe qualvoll verenden würde.
Allein das Jagdgesetz soll hier gelten und so wird die Hilfe für die sonst zum Hungertod geweihte Kreatur als ein strafrechtlich relevantes Verhalten angeklagt!
 
Das sollte die Öffentlichkeit erfahren und der Umgang mit Robben muss in Schleswig Holstein weiter öffentlich gemacht werden.
Allein letztses Jahr wurden 208 Robben von Seehundjägern oder direkt in der von der Jägerschaft betriebenen Station in Friederichskoog getötet.

Die Verhandlung ist öffentlich. Es wird um eine Teilnahme gebeten.
 
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung unter 0177/3300077
 
Hintergrund Information siehe Anhang als PDF
 
Mit tierfreundlichen Grüssen
Janine Bahr

Robbenskandal in Schleswig-Holstein

Seehundjäger setzt verletztes Robbenjunges zurück ins Wasser!

Nur durch den engagierten Einsatz von Tierschützern auf der Insel Föhr kann ein Seehund im letzten Moment gerettet werden!

Während es immer wieder vorkommt, dass gestrandete Seehunde unserer Meinung nach ohne vernünftigen Grund getötet werden und - wie nun wieder passiert - verletzt und hilflos einfach wieder ins Wasser geworfen werden, wird eine Tierärztin juristisch verfolgt, weil sie einer ganz offensichtlich schwachen und völlig abgemagerten Robbe Erste Hilfe geleistet hat!!!

Das oben genannte juristische Verfahren gegen eine Tierärztin ist in Anbetracht der tatsächlichen Lage der reinste Hohn und lässt den Verdacht aufkommen, dass die Tierärztin, die zusammen mit anderen Kollegen und Tierschützern die Lage der mutterlosen und besonders der schwachen und verletzten Robben verbessern will und die jägerfreundliche Robbenrichtlinie kritisiert, mundtot gemacht werden soll!
Immer wieder gab es Gespräche auch mit dem Ministerium - zuletzt im März diesen Jahres. Dort hat der "Arbeitskreis Seehunde" erneut gefordert, Tierärzte in die Beurteilung der gestrandeten Robben einzubeziehen .Dies wird aber kategorisch abgelehnt!
Alleine die Seehundjäger sollen bestimmen, was mit den Tieren passiert. Dabei reicht ein kleiner Kratzer in der Haut aus, um das Tier "legal" zu erschießen! Auch die Austrocknung des Tieres, die bei allen mutterlosen und kranken Geschöpfen unabdingbar und innerhalb weniger Stunden mit Flüssigkeit auszugleichen ist, berechtigt den Jäger, den kleinen Seehund zu töten.
Und die immer wieder geäußerten Vermutungen haben sich erneut, diesmal auf Föhr, bestätigt. Der Seehundjäger hat ein Tier, das viel zu mager und dazu noch ganz offensichtlich verletzt und gar nicht alleine überlebensfähig war ohne langes Zögern in die stürmische Nordsee gesetzt, obwohl das Tier mit geschwollener Flosse und völlig erschöpft und viel zu untergewichtig immer wieder versuchte, ans schützende Land zu gelangen!
Tierschützer ließen das Tier nicht aus den Augen und es gelang ihnen so, das völlig unterkühlte und verletzte Tier zu retten und tiermedizinisch zu versorgen!
Nun fordern nicht nur die entsetzten Tierretter, sondern auch die Besucher der Insel, die den Vorfall miterlebten, eine schnelle Änderung der nicht tragbaren Richtlinien und Gesetze.
Denn es wird natürlich auch jetzt den Tierrettern wieder mit einer Anzeige gedroht, obwohl man im Gegensatz zu dem zuständigen Seehundjäger das Tier vor unnötigen Qualen bewahrt und eine gesunde Zukunft bald zurück in der Nordsee ermöglicht hat!
Immer wieder kommt es in Schleswig-Holstein zu Diskussionen und unschönen Szenen am Strand, wenn ein Heuler oder kranker Seehund an den Stränden gefunden wird.
Während man aus vielen aktuellen Studien weiß, dass eine Seehundmutter ihr Neugeborenes nie(!) alleine lassen würde und dieses auch nach einer Trennung nicht mehr finden kann, besteht eine Richtlinie darauf, das meist ausgetrocknete und völlig erschöpfte Jungtier noch mindestens 6 Stunden am Strand zu belassen. Eine unglaubliche Quälerei für das Tier, das dringend seine Muttermilch haben müsste und ohne diese dehydriert.
Die einzige Möglichkeit des Tieres zu überleben ist nun eine Versorgung durch den Menschen - so wie in Holland, wo die Tiere, die eindeutig ohne Mutter sind oder krank, schwach und dringend Hilfe benötigen, durch geschultes Personal erstversorgt werden und durch einen Tierarzt begutachtet bzw. behandelt werden!
Das Wappentier der Nordseeküste hat solch eine Behandlung nicht verdient und so wurde aus aktuellem Anlass die "Robben Rettung Föhr" ins Leben gerufen - zur Rettung aller Robben an unseren Küsten, die übrigens durch die Verschmutzung der Nordsee immer anfälliger und immunschwacher werden! Daher ist es die Pflicht des Menschen, den Tieren, die durch den Menschen in Not geraten, nach besten Wissen und Gewissen zu helfen.
„Dazu habe ich mich auch mit meinem Beruf als Tierärztin verpflichtet“, so Janine Bahr , Tierärztin auf Föhr.